Rückenschmerzen sind und bleiben das Volksleiden Nummer eins. Es wird geschätzt, dass bis zu achtzig Prozent aller Menschen in Deutschland bereits ein oder mehrmals damit zu kämpfen hatten. Ungefähr die Hälfte davon leidet regelmäßig wiederkehrend oder sogar dauerhaft darunter. Kein Wunder also, dass Arztbesuche und Krankschreibungen am häufigsten durch Rückenschmerzen begründet sind.

Dabei sind ältere Menschen hingegen jeglicher Vermutung nicht so oft davon betroffen wie jüngere. Dauern die Schmerzen nicht länger als sechs Wochen, spricht man von einer akuten Erkrankung. Halten sie zwischen sechs und zwölf Wochen an, werden sie als subakut eingestuft. Alles, was sich dagegen länger als zweieinhalb Monate hinzieht, wird schließlich als „chronisch“ eingestuft.

Während akute Beschwerden nach einer gewissen Zeit oft von selbst wieder verschwinden, bedarf es beim chronischen Zustand einer fachärztlichen Behandlung. Um diese zu unterstützen und die Genesung entsprechend zu beschleunigen, bleibt die dazu passende Bewegungstherapie nicht aus. Aber vor allem bei der Bekämpfung von akuten Schmerzen kann  man mithilfe von Rückengymnastik, zuweilen auch Wirbelsäulengymnastik genannt, enorme Verbesserungen erzielen.

 

Wann genau spricht man von Rückenschmerzen?

Die meisten akuten Beschwerden gehen von der Rückenmuskulatur oder der Wirbelsäule aus, wobei bei einem Großteil der Erkrankungen die tatsächliche Ursache allerdings niemals herausgefunden wird. Am häufigsten treten die Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie der Halswirbelsäule auf. Eher selten wird dagegen die Brustwirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen.

Zusätzlich strahlen Schmerzen, die ihren Ursprung im Rückenbereich haben, oft sogar bis in die Extremitäten aus. Dadurch sind Betroffene in alltäglichen Dingen häufig stark eingeschränkt und verlieren deutlich an Lebensqualität. Lediglich bei einem sehr geringen Prozentsatz liegt der Ursprung des Problems in einer Entzündung der Beckenorgane oder im Magen-Darm-Trakt.

Zudem können Rückenschmerzen durchaus auch begleitendes Symptom einer Krankheit wie Krebs, Rheuma oder Bandscheibenvorfall sein. Schon alleine deshalb sollte man bei länger andauernden Beschwerden immer einen Facharzt aufsuchen, um Schlimmeres auszuschließen sowie abzuklären, woher die Schmerzen kommen können. Dies ist auch deshalb wichtig, weil bei Nichtbehandlung aus akuten Beschwerden schnell eine chronische Erkrankung entstehen kann.

 

Die drei Bereiche des menschlichen Rückens

Geht es um die typischen akuten Rückenschmerzen, die auch häufig als Kreuzschmerzen bezeichnet werden, werden diese also normalerweise in dem Bereich oberhalb des Gesäßes verspürt. Die Schmerzen können entweder einseitig, auf beiden Seiten, mittig oder flächendeckend auftreten. Um sie weiter einzugrenzen, erfolgt eine Einteilung in die besagten drei Regionen: Der untere Rücken ist im Bereich der Lendenwirbelsäule – kurz LWS –besonders oft betroffen. So treten an den dortigen Muskeln zum Beispiel häufig Verspannungen auf. Aber auch Bandscheibenvorfälle sind keine Seltenheit, die oft auch durch ein Taubheitsgefühl im Bein beziehungsweise im Fuß begleitet werden.

Darüber hinaus können, wie bereits erwähnt, auch Entzündungen im Beckenbereich Auslöser für die Schmerzen sein. Kommen die Beschwerden dagegen eher vom oberen Rücken oder aus dem Nackenbereich, ist entweder die Brustwirbelsäule – abgekürzt BWS und / oder die Halswirbelsäule – kurz HWS – betroffen. Gerade bei Nackenschmerzen liegt die Ursache häufig in einer ergonomisch nicht korrekten Sitzhaltung am Arbeitsplatz – mitunter ein Grund dafür, dass sich die dort liegenden Muskeln verspannen und verhärten.

Außerdem können bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule Gefühlsstörungen und Lähmungen bis in die Armmuskulatur hinein vorkommen. Nackenschmerzen gehen dagegen nicht selten mit Schwindelattacken einher. Zu den Auslösern für Rückenbeschwerden am mittleren Rücken zählen unter anderem Verformungen des Skeletts, die zum Beispiel an der Brustwirbelsäule auftreten können. Ganz typisch dafür sind starke Schmerzen im Brustkorb, die in vielen Fällen zunächst einen Verdacht auf Herzinfarkt hervorrufen.

Weiterhin können auch Mutationen an den Rippen-Wirbel-Gelenken für das Leiden verantwortlich sein. So gibt es für jede dieser Erkrankungen spezielle Rückengymnastik oder auch Wirbelsäulengymnastik, mit deren Übungen man die einzelnen Bereiche des Rückens trainieren und eigens therapieren kann.

 

Wieso ist Gymnastik bei Rückenschmerzen unbedingt notwendig?

Das Gute an akuten Rückenschmerzen ist somit: Man hat selbst die Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Und zwar durch gezielte Bewegung. Was man dagegen auf keinen Fall tun sollte, ist, sich zu schonen. Denn durch zu geringe Aktivität kann ein Rückenleiden sich in kürzester Zeit sogar enorm verschlimmern. Nur mit aktiver Bewegung, die allerdings je nach Möglichkeit auf die jeweiligen Beschwerden abgestimmt sein sollte, kann man seinen Schmerzen erfolgreich den Kampf ansagen.

Bewegt man sich nämlich zu wenig, wird der Rücken schlichtweg nicht ausreichend beansprucht, sodass sich die dort sitzende Muskulatur nach und nach verkrümmt und sogar zurückbilden kann. Natürlich fällt die Auswahl der richtigen Sportart etwas leichter, wenn man die Ursache des Leidens kennt. Allerdings lässt sich grundsätzlich sagen, dass neben Squash und Tennis sowie Handball und Basketball auch Golfspielen eher belastend ist.

Wer dagegen gerne Schwimmen gehen möchte, sollte sich gegebenenfalls auf Rückenschwimmen beschränken, da Brustschwimmen wiederum die Halswirbelsäule belastet. Und auch ein Trainieren im Fitness-Studio sollte nur unter fachkundiger Aufsicht und nach individueller Beratung erfolgen. Schließlich kann ein Workout an diversen Geräten die Beschwerden durchaus verschlechtern.

Überaus empfehlenswerte Sportarten bei Rückenbeschwerden sind zum Beispiel Radfahren, Joggen oder Nordic Walking, Wandern und Klettern sowie Yoga und Inlineskaten. Besonders wichtig für einen positiven Effekt ist allerdings, die Sportart richtig auszuführen und sich zuvor stets gut aufzuwärmen. Zusätzlich gilt vor allem für Bewegungen, die sich auf Gehen oder Laufen konzentrieren, dass man dabei geeignete, qualitativ hochwertige und gut passende Schuhe trägt.

Und zu guter Letzt nicht zu vergessen: Am besten für eine schnelle Genesung ist natürlich eine Ergänzung durch die eigens für derartige Probleme entwickelte Rückengymnastik oder auch Wirbelsäulengymnastik. Ideal ist dabei, wenn man diese Übungen täglich durchführt.

 

Ist Rückengymnastik auch nach einem Bandscheibenvorfall sinnvoll?

Sogar bei beziehungsweise nach einem Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule (HWS) oder Lendenwirbelsäule (LWS) wird empfohlen, entsprechende Krankengymnastik in Form von Rückengymnastik zu absolvieren. Im Allgemeinen sind alle Übungen sinnvoll, die die Bauch- und Rückenmuskulatur dehnen und stärken.

Welche Gymnastik für die Bandscheibe man allerdings genau bei oder nach einem Bandscheibenvorfall durchführen kann und darf, erfährt man im Idealfall vom Profi.

Deshalb ist es grundsätzlich am besten, der Arzt verschreibt eine entsprechende Krankengymnastik, damit die Bandscheibengymnastik – zumindest anfangs – unter professioneller Aufsicht erfolgt. Vor allem bei Bandscheibenproblemen wie beispielsweise einem Bandscheibenvorfall am Lendenwirbel ist es besonders wichtig, dass die Gymnastik korrekt ausgeführt wird. Aber nicht nur bei einem Bandscheibenvorfall, sondern auch bei allen anderen Problemen an der Wirbelsäule sind Gymnastikübungen eher unter Anleitung einer fachkundigen Person zu empfehlen.

 

Welche Regionen können mit gezielter Gymnastik trainiert werden und wie geht das genau?

Gymnastik für den Rücken und die Wirbelsäule gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die Übungen zur Wirbelsäulengymnastik sind dabei immer genau auf den Bereich des Rückens abgestimmt, in dem die Beschwerden auftreten. Somit kann jede Region für sich optimal angesprochen werden.

 

Übungen zur Gymnastik bei oder gegen Rückenschmerzen im oberen Rücken

Treten die Schmerzen im oberen Rücken, also an der Halswirbelsäule beziehungsweise im Nackenbereich auf, werden folgende Übungen empfohlen, die vor allem eine bessere Beweglichkeit unterstützen:

Stell Dich breitbeinig und mit geradem Rücken hin und stütze die Hände auf Deinen Oberschenkeln ab. Nun musst Du Deinen Kopf zu einer Seite hin drehen und anschließend mehrere Male nicken. Genau dieselbe Bewegung führst Du anschließend auf der anderen Seite durch. In der gleichen Position kannst Du nun Deinen Kopf nach unten neigen, indem Du das Kinn Richtung Brustbein bewegst. Dann musst Du den geneigten Kopf abwechselnd nach links und rechts drehen, so als würdest Du etwas verneinen wollen.

Folgende Übung kannst Du sitzend durchführen: Lege einen Zeigefinger auf Dein Kinn und schiebe Deinen Kopf geradeaus blickend zunächst nach vorne und anschließend so weit wie möglich zurück, während der Nacken ganz lang wird. Für eine Dehnung der Nackenmuskulatur setzt Du Dich am besten ebenfalls hin, neigst Deinen Kopf nach links und greifst während dessen mit der linken Hand darüber bis zur rechten Schläfe.

Nun musst Du den rechten Arm nach unten ziehen und dabei den Kopf so weit wie möglich nach links neigen. Anschließend erfolgt ein Seitenwechsel. Für eine hohe Effizienz sollte die Position jeweils eine halbe Minute gehalten werden. Um eine Kräftigung der Muskulatur zu bewirken, werden zudem diese Übungen empfohlen, die Du allesamt im Sitzen absolvieren kannst:

Während Du eine Hand auf Deine Stirn legst, musst Du mit geradem Nacken zehn Sekunden dagegen drücken und das Ganze nach kurzer Entspannung mehrmals wiederholen. Außerdem kannst Du Dir genauso abwechselnd eine Hand an eine Deiner Schläfen legen und dagegen drücken. Oder Du drückst mit beiden, zu einer Faust geballten Händen von unten gegen das Kinn. In ähnlicher Form kannst Du Deine Finger auch auf dem Hinterkopf verschränken und mit dem Kopf nach hinten dagegen drücken.

Besonders wichtig: Achte bei all diesen Übungen aus dem Bereich der Krankengymnastik, die zum Beispiel für einen Bandscheibenvorfall an der HWS gedacht sind, unbedingt auf eine durchwegs aufrechte Haltung sowie einen gestreckten Nacken.

 

Gymnastikübungen für den mittleren Rücken beziehungsweise die Brustwirbelsäule

Bei Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, werden in erster Linie Übungen zur Rückengymnastik empfohlen, die die Brustmuskulatur dehnen und so die Beweglichkeit in dieser Region verbessern. Begib Dich für die erste Stretching-Übung zunächst in Rückenlage, während Du die Beine nach unten und die Arme zur Seite hin ausstreckst.

Anschließend musst Du das rechte Bein nach oben Richtung Bauch ziehen und dann zur linken Seite hin nach unten absenken, während Du es mit der linken Hand am Boden fixierst. Nun sollte der Körper möglichst lang und der rechte Arm ausgestreckt seitlich nach rechts oben geführt werden. Dabei muss der Kopf der Bewegung des Arms folgen, die Schulter nach außen gedreht sein und die Handfläche zum Himmel zeigen. Dieselbe Übung wird dann auf der anderen Seite genauso durchgeführt.

Für das nächste Workout musst Du Dich vor einen Stuhl knien, den Oberkörper nach vorne beugen und die Hände auf die Sitzfläche legen. Dabei sollten Ober- und Unterschenkel sowie Oberschenkel und Bauch jeweils einen 90-Grad-Winkel bilden. Darüber hinaus sollten sowohl die Arme als auch der Oberkörper so langgestreckt wie möglich und der untere Bauch angespannt sein. Nun musst Du während dem Ausatmen Deinen Brustkorb Stück für Stück nach unten drücken und dabei die Wirbelsäule immer weiter strecken.

Um diese Krankengymnastik für den Rücken leicht abzuändern, kannst Du beispielsweise mal die linke, mal die rechte Schulter absenken und die Position jeweils für eine halbe Minute halten. Wie es für die Halswirbelsäule Varianten im Stehen und im Sitzen gibt, kannst Du auch für die Brustwirbelsäule Übungen im Stand durchführen.

Ebenfalls sehr wirksam ist diese einfache Übung, mit der sich vor allem ein runder Rücken hervorragend ausgleichen lässt: Stell Dich mit leicht gegrätschten Beinen und etwas gebeugten Knien hin. Dann halte ein zusammengerolltes Handtuch vor dem Körper mit beiden Händen, die mehr als schulterbreit auseinander sein sollten, fest.

Richte Deinen Oberkörper zunächst auf, neige ihn leicht nach vorne und führe die Arme ausgestreckt nach oben über den Kopf. Dabei sollten sich die Schultern zur Außenseite drehen und die Schulterblätter nach unten hin absenken. Rücken und Becken müssen währenddessen unbedingt stabil bleiben und der Kopf sollte die Wirbelsäule optisch verlängern. Nachdem die Position ebenfalls für etwa eine halbe Minute gehalten wurde, kannst Du Deine Arme wieder absenken. Um dieses Workout etwas zu variieren, kannst Du den Griff Deiner Hände ein wenig weiter oder enger gestalten.

 

Gymnastik für den unteren Rücken bei Rückenschmerzen am Lendenwirbel

Besonders bei Übungen für die Bandscheiben am unteren Rücken sollte man zunächst das Ende der akuten Phase abwarten, bis man mit der Gymnastik beginnt. Danach kann die umliegende Muskulatur zum Beispiel mit der nachfolgenden Wirbelsäulengymnastik wieder entspannt, aufgebaut und gestärkt werden.

Lege Dich zunächst auf den Rücken und ziehe die Füße an, bis die Knie leicht gebeugt sind. Dann musst Du lediglich Deine aufgestellten, aneinander liegenden Beine abwechselnd und im Rhythmus Deines Atems nach links und nach rechts bewegen. Dabei sollte das Absenken während des Ausatmens und das Zurückziehen beim Einatmen erfolgen.

Für das nächste Workout kannst Du gleich rückseitig auf der Gymnastikmatte liegen bleiben. Berühre dabei mit den Händen die seitlichen Punkte Deiner Beckenknochen. Nun musst Du versuchen, die rechte Beckenseite in Richtung Deines rechten Fußes und die linke Seite zum Kopf hin zu verschieben. Anschließend wird dieselbe Bewegung in entgegen gesetzter Richtung durchgeführt. Der Richtungswechsel erfolgt dabei im Sekundentakt.

Wichtig ist, dass der Brustkorb stets unbewegt bleibt und die Beine die ganze Zeit über locker auf dem Boden liegen. Bei der nächsten Rückengymnastik für den unteren Rücken liegst Du auf der Seite, während die Beine leicht angewinkelt sind. Dann musst Du Dein Becken etwas nach vorne kippen, damit die Lendenwirbelsäule gestreckt wird. Um diese anschließend wieder zu beugen, wird das Becken danach nach hinten gerollt.

Auch hier darf sich der Brustkorb nicht mitbewegen und die Bewegungen sollten im Abstand von etwa einer Sekunde ausgeführt werden. Um darüber hinaus Deine Körpermitte zu stabilisieren, ist diese Übung besonders hilfreich:

Stell Dich mit gerade ausgerichteten, doppelt so breit wie Deine Schultern aufgestellten Füßen und leicht gebeugten Knien hin, während Du die Arme vor der Brust kreuzt und der Kopf in einer Linie mit der Wirbelsäule steht. Nun musst Du Dein Gesäß nach hinten schieben, den gestreckten Rücken um etwa 45 Grad nach vorne beugen und die Knie weiter einknicken. Nachdem Du wieder in die Ausgangsposition zurückgekehrt bist, folgt die Durchführung umgehend noch einmal und sollte mit fließendem Übergang circa fünfzehnmal wiederholt werden.

Die Endposition der letzten Übung, bei der die Wirbelsäule unbedingt gerade sein muss, kannst Du nun auch für das nächste Workout nutzen: Strecke in der Haltung mit gebeugtem Oberkörper Deine Arme nach unten aus und ziehe zusätzlich Deine Schulterblätter Richtung Wirbelsäule. Nun musst Du mit Deinen Händen durch kurze, zügige Bewegungen so tun, als würdest Du damit vor Deinem Körper etwas zerhacken. Die Handflächen zeigen dabei zueinander, während die Hände abwechselnd nach oben und unten schnellen. Dieser Bewegungsablauf sollte etwa zehn Sekunden lang dauern und nach einer genauso langen Pause noch weitere neunmal wiederholt werden.

 

Welche Art von Krankengymnastik, die bei Rückenschmerzen helfen kann, gibt es sonst noch?

Neben der herkömmlichen, bereits beschriebenen Rückengymnastik, gibt es auch weitere Übungen für die Wirbelsäulengymnastik, die zum Beispiel mit einem Gerät absolviert werden, speziell für die Durchführung im Büro gedacht sind oder in erster Linie für Senioren konzipiert wurden.

 

Übungen für Wirbelsäulengymnastik mit Ball

Ein beliebtes Utensil für Rückenübungen ist beispielsweise der sogenannte Gymnastikball. So kann man bei Übungen mit einem Pezziball beispielsweise besondere Wirbelsäulengymnastik durchführen, die gleichzeitig die obere und untere Rückenmuskulatur trainiert.

Hierfür musst Du Dich mit dem Oberkörper, das Gesicht nach unten gerichtet, auf den Ball legen. Auf den Fußspitzen stehend und mit komplett angespanntem Körper, solltest Du dabei die Beine durchstrecken, den Rücken gerade und den Kopf in einer Linie mit der Wirbelsäule halten. Deine Arme liegen zunächst an der Seite des Balls an und werden im nächsten Schritt abwechselnd nach oben und unten gestreckt – einer über den Kopf und einer entlang des Körpers Richtung Füße.

In fließenden Bewegungen folgt ein ständiger Wechsel beider Arme, während der gesamte Körper linear durchgestreckt ist und die Augen durchwegs auf den Boden blicken. Ein angenehmer Zusatznutzen dieses Workouts ist, dass neben den Muskeln am unteren und oberen Rücken auch der Gleichgewichtssinn und die Koordination trainiert werden.

Für den unteren Rücken ist außerdem folgende Übung, die auch gleichzeitig die Muskulatur an den Beinen kräftigt, interessant: Anfangs liegst Du auf dem Rücken und stehst dabei mit beiden Füßen auf dem Gymnastikball. Während Deine Schultern auf dem Boden bleiben, versuchst Du nun, den Bereich Deines Körpers zwischen Schultern und Knien durchzustrecken, während das Gesäß entsprechend weit angehoben wird.

Wer den Schwierigkeitsgrad und die Effizienz noch etwas erhöhen möchte, kann aus dieser Position heraus abwechselnd immer einen Fuß vom Ball abheben und das Bein durchstrecken. Um übrigens während des Workouts die Stabilität Deines Körpers zu optimieren, musst Du Deine Arme einfach nur mit voller Kraft Richtung Boden drücken.

Übrigens sind gerade bei einem Bandscheibenvorfall Übungen mit dem Gymnastikball sehr empfehlenswert, weil es sich dabei um eine besonders sanfte Trainingsmethode handelt. Der Pezziball federt die Bewegungen ab und sorgt so für eine Entlastung der in Mitleidenschaft gezogenen Partien. Zudem bringt die Rückengymnastik mit Ball ein wenig Abwechslung in das gewohnte Trainingsprogramm.

 

Rückengymnastik für das Büro

Wer dagegen auf der Suche nach Rückengymnastik ist, die man problemlos auch bei einer kurzen Unterbrechung der Arbeit im Büro absolvieren kann, der sollte folgende simple Übungen ausprobieren: Für ein Lösen von Nackenverspannungen und mehr Stabilität an Schultern und Rücken, nimm einfach zwei Wasserflaschen in Deine Hände, stell Dich aufrecht hin und strecke abwechselnd einen Arm nach vorne und den anderen zurück.

Oder Du hebst die Flaschen seitlich, mit leicht angewinkelten Armen, von der Hüfte bis zu den Schultern, um so Deine Schultern und den Nacken zu kräftigen. Um Deinem oberen Rücken etwas Gutes zu tun, hältst Du einfach die Enden einer zusammen gerollten Zeitung fest und ziehst sie langsam auseinander, während sich die Ellenbogen auf Höhe der Schultern befinden. Und auch für den oberen Rücken kannst Du in dieser Position etwas tun.

Gehe hierfür mit geradem Rücken etwas in die Knie, während die Arme mit der Zeitung in der Hand nach unten hängen. Dann musst Du die Hände nach oben bis zur Brust ziehen und dort kurz halten, wobei die Muskeln an Bauch und Rücken stets angespannt bleiben sollten. Um Deinen gesamten Rücken zu dehnen, kannst Du Dich abschließend im Stehen langsam so weit wie möglich nach unten beugen und den Rücken einrollen.

Dabei beugst Du Deine Knie und senkst Dein Kinn Richtung Brust, während Oberkörper und Arme ganz locker bleiben. Nachdem Du in dieser Position für circa fünfzehn Sekunden verblieben bist, kannst Du Dich langsam wieder aufrichten. Diese Übungen für den Rücken sind so einfach und schnell durchführbar, dass Du die Krankengymnastik jederzeit auch in einer kleinen Pause an Deinem Arbeitsplatz absolvieren kannst.

 

Rückenübungen für Senioren

Neben spezieller Rückengymnastik, die weniger anstrengende und somit altersgerechte Übungen für Senioren enthält, können ältere Menschen genauso problemlos alle eher einfacheren, sanfteren Workouts absolvieren, bei denen es erstrangig um die schonende Dehnung bestimmter Muskelgruppen geht. Dabei sollte jeder selbst wissen, wo seine eigenen Grenzen sind und diese nicht überschreiten. Denn nur schonende Rückengymnastik bringt langfristig Erfolg. Zusätzlich zu den bereits genannten sind besonders folgenden Übungen für Senioren zu empfehlen:

Um den Rücken zu kräftigen, setzt Du Dich am besten aufrecht mit breiten Beinen auf einen Hocker, während die Knie sich genau über den Füßen befinden, und streckst Deine Arme nach oben in die Luft. Dann lehnst Du Dich durch ein Einknicken der Hüfte einfach mit geradem Oberkörper so weit wie möglich nach vorne. Oder Du bringst auf dem Rücken liegend abwechselnd die linke Hand zum rechten Knie und umgekehrt. Dabei drückst Du mit der Hand von innen gegen das gebeugte Knie, während der andere Arm und das andere Bein ausgestreckt auf dem Boden verharren.

Danach kannst Du auf dem Rücken liegen bleiben und noch die folgende Übung ausprobieren: Stell die Füße auf, winkle die Beine an und lege die Arme nach unten ausgestreckt, mit den Handrücken zum Boden, hin. Mit geradem Nacken und Rücken hebst Du nun Dein Gesäß an, um so eine gerade Brücke ohne Hohlkreuz zu bilden.

 

Leicht gesagt, schnell getan.

Eines wird bei dem Ausprobieren der verschiedenen Übungen für den Rücken schnell deutlich. Die Workouts lassen sich problemlos jederzeit in unseren Alltag integrieren. Zum einen sind keine außergewöhnlichen Hilfsmittel notwendig, um die Gymnastik durchzuführen. Zum anderen kann man sie fast überall spontan machen und muss sich dafür nicht einmal besonders viel Zeit nehmen.

Wer allerdings professionelle Rückengymnastik buchen möchte, der kann auf entsprechende Kursangebote zurückgreifen, die in nahezu jedem größeren Ort angeboten werden. Ein Argument für die Nutzung eines solchen Angebots ist, dass bei derartiger Wirbelsäulengymnastik nach einem bestimmten Stundenaufbau vorgegangen wird.

Dies bedeutet, dass ein speziell dafür geschulter Trainer ein Programm zusammenstellt, bei dem die verschiedenen Übungen bezüglich des Bedarfs der jeweiligen Zielgruppe sowie einer adäquaten Leistungssteigerung perfekt aufeinander abgestimmt sind. Ohnehin ist es stets von Vorteil, zunächst einige Kurse für Rückengymnastik zu besuchen. Denn nur mit einem Profi an der Seite ist gewährleistet, dass die Übungen korrekt erlernt und absolviert werden. Natürlich kann man die Rückengymnastik dann später auch auf eigene Faust zu Hause durchführen.

Hierfür gibt es zum Beispiel einige Websites zum Thema Rückengymnastik, auf denen spezielle Übungen veröffentlicht werden, die für die Anwendung zuhause auch zum Ausdrucken zur Verfügung stehen. Und wer bereits viele verschiedene Gymnastikübungen zur Wirbelsäulengymnastik in Gruppenkursen kennengelernt hat, der wird sich zuhause um ein Vielfaches leichter tun, auch neue, weiterführende Übungen unter Eigenregie richtig auszuführen.

 

Wer sich ausreichend richtig bewegt, der weiß: Rückenschmerzen müssen nicht sein!

Übrigens darf man mit Rückengymnastik oder Wirbelsäulengymnastik auch bereits dann beginnen, wenn man noch gar keine Beschwerden in diesem Bereich verspürt. Denn selbst präventiv sind die Übungen mit Schwerpunkt Rücken Gold wert. Schließlich haben laut Statistiken früher oder später vier von fünf Personen mit diesem Problem zu kämpfen.

Ein starker Rücken während der Schwangerschaft kann auch sehr hilfreich sein. Deshalb heißt es, lieber rechtzeitig vorzubeugen, anstatt später das Nachsehen zu haben. Denn wer frühzeitig effektiv trainiert, gehört vielleicht schon bald zu den zwanzig Prozent der Bevölkerung, die von sich behaupten können: Rückenschmerzen? Für mich ein Fremdwort!