Was Du alles über Gymnastikringe wissen musst

Sport und Bewegung stehen in den letzten Jahren hoch im Trend. Überall kursieren Tipps und Tricks zum Abnehmen, um sportlicher zu werden, gesünder zu Leben und Muskeln aufzubauen. Fitnessstudios schießen wie Pilze aus dem Boden. Auch werden überall im Internet, oder auch in vielen Zeitschriften Übungen gezeigt, um den eigenen Körper zu kräftigen. Es gibt Möglichkeiten mit- und ohne Geräte. Zum Beispiel mit Hilfe von Gewichten Muskeln aufzubauen, oder mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren. Ein völlig neues Trainingsgefühl bieten die so genannten Turnringe oder Gymnastikringe, in engl. auch gymnastic rings.

Sie sehen so unscheinbar aus, wie sie da von der Decke baumeln und doch haben diese Turngeräte es in sich. Sie eignen sich besoders perfekt für das Stählern des gesamten Oberkörpers. Bei dem Training mit den Ringen wird die perfekte Körperbeherrschung und Ästhetik trainiert. Die Kraft ist hierbei das Hauptelememt. Die Turnübungen solltest Du so zusammenstellen, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schwung- und Kraftübungen besteht. Durch die Verknüpfung verschiedenster Bewegungen miteinander werden gleich mehrere Muskelgruppen beansprucht und gestärkt. So hast Du eine perfekte Möglichkeit, bei jeder Wiederholung den gesamten Körper zu trainieren.

 

Welche Vorteile bieten Gymnastikringe

Mit Sicherheit hast Du auch bereits von Klimmzugstangen gehört und vielleicht sogar selbst schon an ihnen geturnt. Doch Gymnastikringe und Turnringe haben einen großen Vorteil, was die Bewegungsfreiheit und somit die Beweglichkeit anbelangt. So werden bei dem Training an den Ringen die Gelenke viel mehr geschont, da sie geringeren Belanstungen ausgesetzt sind.

Das kannst Du dir in etwa so vorstellen:
Während Du Klimmzüge an der Stange ausübt, müssen die Handgelenke und die Ellenbogen entgegen der körpereigenen Rotation arbeiten. Wenn Du jedoch die gleiche Übung an Gym Ringen ausübt, so können sich deine Hände frei drehen, da die Gymnastikringe an flexiblen Gurten montiert sind. Durch eben diese Eigenschaft des geringeren Belastungsrisikos ist an diesem Turngerät die Bandbreite an Übungen höher als an der Klimmzugstange.

Ein weiterer positiver Nutzen ist, sie ermöglichen die Gymnastik zu Hause. Schonend für die Handgelenke, auf engstem Raum, denn sie zählen wirklich mit zu den kompaktesten Geräten überhaupt. Die Übungsvielfalt ist beeindruckend, und so können sich auch problemlos Anfänger an die Gym Ringe heranwagen. Logischerweise lassen sie sich auch kurzer Hand in jedem Rucksack verstauen und begleiten Dich zu Deinem Gymnastik Rings Workout im Park oder. Ob Du dabei Gymnastikringe aus Holz bevorzugt oder lieber zu Gummi oder Kunststoff greifst, bleibt Dir überlassen und hat kaum Einfluss auf das Training.

Man sollte allerdings dazu sagen, dass Du für das Training an diesen Geräten eine gewisse Grundmuskulatur besitzen sollte. Da die Gymnastikringe flexibler sind als eine statische Stange oder Training an Fitnessgeräten, ist der Schwierigkeitsgrad enorm erhöht. Allerdings ist das Training somit auch viel effektiver.

 

Woher stammt eigentlich der Trend mit diesem Sportgerät?

Nun, um diese Frage zu beantworten, muss man ein Stück weit in die Vergangenheit reisen – ins Jahr 1842. In diesem Jahr wurden die ersten Turnringe von dem Schweizer Adolf Spieß erfunden. Damals war es aber noch ein Schaukelgerät und wurde als „Ringeschwebel“ bezeichnet. Ihre Form war noch nicht rund, so wie wir es heute kennen, sondern dreieckig. Die ersten Gymnastikringe bestanden noch aus Eisen. Der Griff war mit einem Faden umwickelt und mit Leder ummantelt. Die Übungen, die man auf dem damals noch neuen Turngerät ausübte, wurden als „Bügelübungen“ und nicht wie heute als Gymnastik oder Crossfit Übungen bezeichnet.

Die ersten Jahre jedoch, waren diese Ringe weniger für die Fitness, sondern viel mehr zum Schaukeln gedacht. Im Jahre 1903 tauchten sie dann erstmals bei einem belgischen Turnier in Antwerpen auf. 1924 wurden sie das erste Mal in Paris in das olympische Programm aufgenommen. Dies steigerte letzendlich ihren Bekanntheitsgrad als Trainingsgerät.
Da Du nun weißt, wozu Gym Rings zu gebrauchen sind, möchtest Du es sicherlich selbst ausprobieren. Doch welche Ringe sind am besten für Dich geeignet?

 

Welche Arten von Gymnastikringen gibt es?

Es gibt die Ringe in drei verschiedenen Ausführungen, aus Kunststoff, Holz und Metall.
Die Meisten bevorzugen Gymnastikringe aus Holz. Der Grund dafür ist ganz einfach. sie sind angenehmer zu greifen als ihresgleichen aus anderen Materialien. Aber dennoch gibt es auch hier eine Schattenseite, nämlich die, dass diese Art von einem Gymnastikring aufgrund seiner Empfindlichkeit gegenüber Wasser und Schmutz weniger für das Outdoortraining geeignet sind. Hier gibt es nun entweder die Möglichkeit die Gymnastikringe nach jedem Gebrauch wieder ordentlich abzuputzen, oder aber lackierte Ringe zu nutzen. Bei diesen kann es allerdings passieren, dass die Griffigkeit darunter leidet.

Zu empfehlen sind Gymnastikringe aus Buchenholz, da dieses stärker als andere Hölzer ist. Als Alternative gibt es die Ringe aus ABS-Kunststoff. Diese sind aufgrund ihrer Materialstruktur widerstandsfähiger gegen Wasser und Schweiß. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie leichter als Holz Turnringe, und somit besser zu transportieren sind.

 

Gymnastikringe kaufen – Worauf Du beim Kauf unbedingt achten solltest

Gymnastikringe von Elite Sportz

Gymnastikringe von Elite Sportz

Die Kosten von Gymnastikringen sind breit gefächert. Du findest bereits Ringe ab 26 EUR, doch bei der Konkurrenz gibt es auch ohne Probleme Gymnastikringe ab 100 EUR zu kaufen. Es hängt ganz davon ab, welche Ansprüche Du hast. Wer also viel Turntraining absolvieren möchte, sollte schon sehr auf eine gute Qualität achten. So kannst Du bereits sehr gute Modelle ab einem Wert von 40 EUR kaufen. Zusätzlich solltest Du noch die Kosten für die Montage dazurechnen, da bei den meisten Ringen lediglich verstellbare Gurte beiliegen und keine Deckenhaken. Bekannte Hersteller sind hier etwa Pellor oder Elite Sportz.

Gymnastikringe befestigen
Das restliche benötigte Equipment zum Befestigen an der Decke ist aber in den meisten Baumärkten oder auch im Internet für wenig Geld zu bekommen. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, die Gymnastikringe mit Augplattenmit einer Boxsack Aufhängung oder Deckenhaken an der Decke zu befestigen. Möchtest Du an einer Betondecke Deine Gymnastikringe aufhängen, zum Beispiel im Keller oder in der Garage, dann könntest Du auf 12er Dübel, die für Beton geeignet sind, und die dafür vorgesehenen Schrauben zurückgreifen.

Je nachdem, ob Du eine Landematte mit einer Dicke von etwa 20 cm benutzen möchten (z. B. im Fitnessstudio, oder sogar im eigenen Trainingsraum), sollten die Turnringe in einer Höhe von 260 cm ab Landemattenkannte, oder 280 cm ohne diese, befestigt werden. Der Abstand zwischen den Halterungen, und somit auch zwischen den Ringen, sollte ca. 50 cm betragen, je nach Armlänge.

 

Kein Garagen Gym ohne Gymnastikring

Und das aus gutem Grund. Gymnastik Ringe ermöglichen jedem eine ordentliche Progression, vom blutigen Anfänger bis zum Profi. Sie sind einfach unglaublich vielfältig und bieten Möglichkeiten, jede einzelne Muskelgruppe des Körpers sinnvoll zu trainieren. Okay, abgesehen von den Beinen vielleicht. Aber meist trainierst Du mit den Ringen sowieso mehrere Muskelgruppen gleichzeitig, denn die Übungen verbinden Kraft, Schwung, Körperkoordination, Beweglichkeit und Ästhetik. Guess what: Ein ordentlicher Gymnastik Ring ermöglicht Dir im Rahmen des Workouts einen unheimliches trainieren der Schulter- und Rückenmuskulatur. Du willst wissen wie? Lies weiter!

 

Konkrete Gymnastikringe Übungen – Profiliga!

Häng Dich erstmal entspannt, mit durch hängenden Armen, in die Ringe. Dazu legst Du in jeden Gymnastik Ring eine Hand und lässt Dein Gewicht mehr oder weniger baumeln. Jetzt drückst Du Dich hoch in den Stütz. Dein Gewicht liegt jetzt auf den Händen beziehungsweise in den Ringen. Diese Bewegung aus dem Hängen in den Oberen Stütz nennt man Muscle Up.

Weiter geht’s: L-Sit (Beine wie beim Sitzen nach vorne strecken), Oberkörper nach vorne kippen bis der Kopf unten hängt, gleichzeitig die Beine anheben. Und schon bist Du im Handstand mit gebeugten Ellenbogen. Naja, mit ein bisschen Übung zumindest. Eine weitere Übung mit Gymnastik Ringen ist der Back Lever. Lass Dich aus der halben Handstandposition nach unten kippen, bis Du mit nach hinten leicht abgewinkelten Armen wie ein Brett in der Waagerechten hängst. Hört sich schräg an, sieht aber total cool aus. Und ist auch für Deine Muskulatur sehr cool. Mit dieser einfachen Bewegungsabfolge trainierst Du Deine gesamte Oberkörpermuskulatur, erarbeitest Dir mit der Zeit eine klar definierte Brust, ordentliche Schultern und einen starken Rücken. Ach ja, und der Bauch wird sich auch leicht formen. Bis hin zum berühmten Waschbrett.

Hier mal noch weitere Beispiele in Videoform.

 

Eine Stufe einfacher für Anfänger? Gymnastik zu Hause als Einstieg

Auch dann, wenn die oben beschriebene Bewegungsabfolge noch zu komplex für Dich ist, gehört dieses Equipment auf jeden Fall zu den absolut nötigen Gymnastikgeräten zu Hause. Du findest den leichten Einstieg vermutlich über Klimmzüge. Die kannst Du an den Gymnastikringen genauso einfach machen wie an der Klimmzugstange. Mit einem Unterschied: Du schonst Deine Handgelenke. Die werden nämlich nicht entgegen der natürlichen Bewegungsrichtung verdreht, sondern können frei rotieren. Dabei ist es sogar egal, ob Du den Ober- oder den Untergriff bevorzugst. Also auf, Gymnastikringe kaufen und loslegen!

 

Rein theoretisch könntest Du jetzt mit dem Turnen beginnen

Um die Hände zu schützen gibt es noch ein praktisches Hilfsmittel. Die Rede ist von dem so genannten Magnesia. Es handelt sich hierbei um Magnesiumcarbonat. Dieses Pulver ist besonders beim Klettersport, oder dem Training an Turngeräten sehr hilfreich. Durch seine absorbierende Eigenschaft hält es die Hände trocken und sorgt dadurch für einen sicheren Griff. Wem das Pulver zu sehr krümelt und zu viel Dreck macht, was besonders in öffentlichen Einrichtungen wie dem Fitnessstudio ungeeignet sein kann, der kann auch auf das Magnesiumcarbonat in Blockform oder sogar in flüssiger Form zurückgreifen.

Da Du nun allerhand über diese wunderbare Trainingsmethode erfahren hast, steht dir nichts mehr im Weg, um selbst aktiv zu werden. Übrigens beansprucht ein Turnring mehr als alle anderen Sportgeräte deine Unterarmmuskulatur. Mit Sicherheit wirst auch Du Gefallen an dieser Trainingsweise finden, und die Gymnastikringe nicht mehr missen wollen.