Ringturnen – eine anspruchsvolle Sportart

Beim Ringturnen handelt es sich um eine Sportart, die zu der klassischen Disziplin des Geräteturnens dazu gehört. Sie wird auch als Ringturnen oder Ringtraining und Ringsport bezeichnet und eine weitere Variante vom Ringturnen ist das sogenannte Schaukelringen.

ringturnenKunstturnen an den Ringen ist spektakulär. Die Bewegungen, die die Athleten beim Turnen mit Ringen vorführen, sehen fast schwerelos aus – trotzdem ahnt man hinter dem konzentrierten Gesichtsausdruck und den extrem kontrollierten Mustern und Abläufen eine hohe Anstrengung. Turnen an Ringen ist aber nicht nur für die Profis im Kunstturnen geeignet, Ringe können auch von Anfängern und Anfängerinnen mit viel Spaß genutzt werden. Tatsächlich fangen alle Menschen erst einmal ihr Turnring Training mit einfachen Gleichgewichtsübungen an.

 

Die Vorzüge des Ringturnens

Keine Frage, eine feste Verbindung besteht hier aufgrund der aufzubringenden Kraft, mit dem Bodybuilding. Das heißt, dass auch Bodybuilder die Hantelscheiben gern einmal gegen die Turnringe austauschen können, um neue Impulse für ihr Training zu setzen. Wer sich erstmalig an die Gymnastikringe wagt, wird eine spannende Erfahrung machen, wenn er zuvor Bodybuilding in der klassischen Form betrieben hat. Wer zuvor problemlos 10 Dips an starren Stangen bewältigt hat, wird plötzlich feststellen, dass es nicht einmal möglich ist, beim Ringturnen die zitternden Arme zu kontrollieren.

Das sollte aber keine Angst machen, denn der Grund für diese neue Körperreaktion liegt darin, dass beim Ringturnen eine deutlich höhere intra- und intermuskuläre Koordination als beim klassischen Gewichtstraining erforderlich ist. Das ist aber vorteilhaft für Bodybuilder, denn so wird auch auf völlig neue Weise jeder kleinste Hilfsmuskel aktiviert. Die Übungen beim Ringturnen bauen alltagsübliche Kraftreserven auf, die auch außerhalb des Trainings einsetzbar sind. Und somit auch für Kampfsportler oder auch Menschen mit anstrengender körperlicher Arbeit Vorzüge bringen.

Weiterhin können die Übungen durch freischwingende Ringe zum trainieren viel natürlicher ausgeführt werden. Besonders beim Gerätetraining, aber auch bei zahlreichen Hantelübungen, passt sich der Bewegungsablauf den Turngeräten oder aber der Hantelstange an. Beim Ringtraining dagegen passen sich die Seile der individuellen Bewegung an. Das bedeutet eine Gelenkschonung und die Muskeln werden innerhalb des Trainings nicht in ihrer anatomisch vorgegebenen Bewegung eingeschränkt. Das bedeutet als Ergänzung zum Bodybuilding beispielsweise einen noch intensiveren Trainingseffekt.

Zusätzlich ist die Bewegungsamplitude bei den meisten Übungen beim Ring Training noch deutlich höher als bei den klassischen Pendants. Das bedeutet eine deutlich höhere Belastung für die Muskulatur und damit einen noch intensiveren Trainingseffekt.

Anstrengendes Ring Training dank instabiler Lage

Selbst wenn Du in der Lage bist, eine ganze Menge Klimmzüge am Stück zu machen, und am Barren sicher turnst: Ringe zum Turnen werden Dich erst einmal vor eine Herausforderung stellen. Denn Du hast keine stabilen Referenzpunkt für Deine Arme und Hände, so dass Du anfangs erst einmal tüchtig zittern wirst. Das ist normal. Training mit Ringen beansprucht das Zusammenspiel unterschiedlicher Muskelgruppen, die die Anstrengung zusammen so nicht gewohnt sind. Turnen an den Ringen macht erst dann richtig Spaß, wenn mehrere Ring-Turn-Elemente miteinander verbunden werden.

Turnen an Ringen spricht niemals nur einen einzigen Muskel oder eine einzige Muskelgruppe an, sondern erfordern immer das Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen. Geräteturnen mit Ringen ist also immer sehr anspruchsvoll und trainiert den gesamten Rumpf inklusive der Arme. Neben Kraft und Zusammenspiel sind Gleichgewicht und Koordination gefragt, eine gute Raumorientierung und Kondition.

Weitere Details der Turnringe

Ring Training ist letztlich ein Training mit dem eigenen vorhandenen Körpergewicht. Allerdings ist es durchaus möglich und bei großen Trainingsfortschritten notwendig, mittels Zusatzgewichten die Belastung für die Muskulatur noch zu erhöhen. Dennoch bleibt beim Ring Training das Körpergewicht die Hauptimpulsquelle, im Vergleich zu anderen Fitnesssportarten.

Einige Übungen beim Ring Training verlangen es auch, dass mit einem Partner trainiert wird. Das ist vergleichbar mit dem Bankdrücken, bei dem noch einige Wiederholungen umsetzbar sind, wenn ein Trainingspartner die Hantel absichert. Auch beim Turnen können eigene Grenzen mit Hilfe von Unterstützungen überwunden werden.

Ein weiterer Vorzug beim Ringturnen liegt darin, dass die Rumpfmuskulatur und der restliche Körper intensiv trainiert wird. Denn für jede Übung muss eine sehr hohe Körperspannung zur Stabilisierung des gesamten Korpus aufgebracht werden.

Ein weiterer Vorteil beim Ring Training liegt darin, dass es sich hierbei um eines der preiswertesten Trainingsmittel handelt, das auch zu Hause angebracht ein regelmäßiges Training möglich macht. Die Ringe sind platzsparend aufzubewahren und können jederzeit zum Einsatz kommen. Mit einer stabilen Konstruktion ist im heimischen Umfeld ein Training zu jeder Zeit möglich.

Erfolge beim Ringe Turnen garantiert

Eine der spektakulärsten Übungen mit Trainings Rings ist der Muscle Up. Dabei hängt man erst einmal einfach in den Ringen, die man von innen mit beiden Händen fasst. Jetzt stemmt man sich langsam nach oben, bis man mit gestreckten Armen zwischen den Haltegurten der Ringe hängt. Wer das gut beherrscht, darf sich kontrolliert wieder ablassen (nicht so einfach wie das Hochstemmen) und das Ganze noch einmal von vorne versuchen.

Die nächste Übung nach dem Muscle Up ist der L-Sit. Dabei findet man sich ebenfalls im oberen Stütz und steckt die Beine gerade nach vorne aus, so dass sie sich im 90°-Winkel zum Oberkörper befinden. Der Rücken wird dabei im Lendenwirbelbereich etwas runder. Wenn Du die Ringe öfter zum Trainieren verwendest, bleibt der Rücken auch irgendwann gerade.

Im Turnringe Training rotieren

An Ringen zu turnen bedeutet nicht, dass man es ganz nüchtern und ordentlich angehen muss. Schon Kinder haben Spaß dabei, kopfunter an Holzringen zu turnen und zu baumeln. Warum auch nicht? Schließlich ist die Welt rund, da kann man sich auch mal um die eigene Achse drehen. Aus dem L-Sit heraus lässt Du Dich langsam und kontrolliert mit dem Oberkörper nach vorne fallen, so dass die Beine erst nach unten kommen und dann dahin, wo eben noch Dein Rücken war. Dabei bleiben die Arme gestreckt, Du rotierst um die Schultern. Die Übung sieht am Ende aus wie ein Handstand. Aber die Beine sind nicht gestreckt, die Fußspitzen (Spannung!) zeigen immer noch zum Boden. Macht Spaß? Noch einmal zurück und von vorne!

Das klassische olympische Ringturnen

Hier hängen die beiden Turnringe in einer Höhe von 260 cm Abstand zwischen der Landemattenoberkante und der Ringunterkante. Beziehungsweise 280 cm zwischen dem Boden und der Ringunterkante in einem Abstand von 50 cm an zwei vertikal angebrachten Drahtseilen. Die wiederum an einem 580 cm Gerüst in axialer Drehbarkeit und gelenkig nebeneinander aufgehängt sind. Die Niedersprungmatten haben für die Landung beim Abgang eine Dicke von 20 cm. Auch die Ringe sind genormt und haben einen Innendurchmesser von 18 +/- 0,1 cm. Das Profil der Ringe selbst hat einen Durchmesser von 2,8 +/-0,1 cm.

 

Kraft ist der wichtigste Faktor für diese Sportart

Das Hauptelement, das für die Bewältigung des Gerätes beim Ringturnen erforderlich ist, ist schlichtweg Kraft. Dabei sollten die Übungen beim Ringturnen vom Turner so kombiniert sein, dass ein ausgewogenes Verhältnis aus Schwung und Kraftelementen vorhanden ist. In der olympischen Disziplin müssen zwei Handstände, die sich aus einem Vorschwung und einem Rückschwung zusammensetzen, in jeder Turneinheit enthalten sein.

War es bislang noch ausreichend, wenn zwei bis drei Kraftelemente mit einer guten Schwungtechnik abwechselnd ausgeführt wurden. Ist es heute inzwischen erforderlich, mehrere Kraftelemente mit hoher Schwierigkeit hinter einander oder aber Schwungelemente direkt in Krafthalten zu beenden. Beim Ringturnen können deshalb heute in der olympischen Disziplin nur sehr kräftige Turner Erfolge einfahren.

Die Schaukelringe beim Ringturnen

Besonders in der Schweiz ist beim Ringturnen die Variante der Schaukelringe vertreten. Entwickelt wurde diese Variante bereits im Jahr 1842 von Adolf Spieß. Anders als beim olympischen Ringturnen wird bei der Variante des Schaukelringens hin und her geschwungen. Wobei die Schaukelbewegung mit einem aktiven Öffnen des Körpers im Sturzhang oder aber durch das Anheben mit den Beinen am Boden aufrecht erhalten wird. Damit es dem Turner möglich ist, sich mit den Füße auf der Matte abzustoßen, sind die Turnringe bei dieser Variante vom Ringturnen höhenverstellbar.

Das Schwunggeben mit den Füßen wird, wie beim Laufen mit den Füßen durchgeführt. Dabei darf pro Schwung jeder Fuß jeweils nur einmalig den Boden berühren. Die Schaukelringe sind verglichen mit den Turnringen in erster Linie ein Schwunggerät, denn in dieser Variante gibt es nur wenige Teile, die mit Kraft geturnt werden müssen. Werden die Schaukelringen in Perfektion geturnt, dann muss jeder Schwung höher als der vorherige sein. Die Schwunghöhe kann letztlich bei dieser Variante vom Ringturnen sogar über die Aufhängung der Ringseile hinaus gehen.

Bei dieser Art des Ringturnens sind die Ringseile aus Hanf gefertigt und haben eine Dicke von etwa zwei bis drei Zentimetern. An jedem Ende ist ein Ring befestigt, der am jeweils anderen Ende eine Kette mit 30 Gliedern aufweist. Mit deren Hilfe es möglich ist, die Höhe der Turnringe zu justieren. Das entsprechend passende Kettenglied wird zu diesem Zweck über einen, innerhalb der Decke befestigten Stift gesteckt und mittels Sicherungsstift oder Sicherungshaken durch die Querbohrung im Stift vor dem Herausrutschen fixiert. Wie auch beim klassischen olympischen Ringturnen, sind die Ringe bei dieser Variante aus Holz oder Metall gefertigt. Wobei Letzterer dann einen Überzug aus Elastomer aufweist. Die Ringe haben hier einen Durchmesser von rund 30 cm und eine Dicke von rund drei cm.