Laut einer Studie sitzen wir im Schnitt siebeneinhalb Stunden pro Tag. Das ist eindeutig zu viel. Denn die meiste Zeit sitzen wir schlichtweg falsch und gewöhnen uns dadurch auf Dauer eine ungesunde Körperhaltung an. Die Folgen davon: Rückenschmerzen, Verspannungen, Schädigungen des Bewegungsapparats und obendrein auch noch Übergewicht, Stoffwechsel-Störungen, Kreislaufschwankungen und vieles mehr.

Doch richtig sitzen will gelernt sein. Und seine eigene Haltung regelmäßig zu kontrollieren und zu verbessern, während man in die Arbeit oder das Studium vertieft ist, ist gar nicht so einfach. Ein simples Hilfsmittel, um falschem Sitzen entgegenzuwirken, ist der Sitzball. Man tauscht also den Stuhl gegen einen Ball und schon stimmt die Haltung? Nicht ganz. Aber recht viel mehr muss man dafür tatsächlich nicht tun.

 

Wozu brauche ich einen Ballstuhl?

Einen Großteil unseres Lebens verbringen wir also sitzend – zum Beispiel vor dem Computer und Fernseher sowie in Auto, Bus oder Bahn, um nur einige wenige Beispiele dafür zu nennen. Dadurch erschlafft die Rumpfmuskulatur immer mehr, ihre Stützfunktion geht nach und nach verloren. Doch wie kannst Du diesem Problem nun möglichst effektiv entgegenwirken?

Die Lösung liegt nahe. Ein Sitzball, gelegentlich auch Sitzballstuhl genannt, muss her. Dieser sorgt dafür, dass wir auch sitzend ständig in Bewegung bleiben. Denn während wir auf dem Ball sitzen, müssen wir unsere Position gezwungenermaßen unentwegt verändern. Dadurch werden wiederum ansonsten ungenutzte Muskelgruppen beansprucht und automatisch gestärkt. Verwendet man den Ball zum Sitzen richtig regelmäßig, so können etwaige Beschwerden am Rücken oder im Nacken sogar bald der Vergangenheit angehören.

Was versteht man genau unter einem Sitzball?

Bei einem Sitz-Ball, auch Ballstuhl oder Sitzballstuhl genannt, handelt es sich im Endeffekt um einen handelsüblichen Gymnastikball, der beispielsweise als Ersatz für einen herkömmlichen Bürostuhl fungiert. Er wird zumeist aus einem relativ widerstandsfähigen, gummiartigen Material gefertigt und ist in vielerlei Ausführungen erhältlich, die sich allerdings nur geringfügig voneinander unterscheiden. Neben zahlreichen Größen gibt es den Gymnastik-Sitzball in verschiedenen Farben wie zum Beispiel Rot und Grün, Schwarz und Weiß oder auch Transparent.

Wer dagegen ein eher ausgefallenes Design bevorzugt, wird bei Modellen in Kunstleder oder aus Filz fündig. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, den Ball mit einem Bezug optisch zu verändern. Ein solcher Bezug für den Sitzball ist in der Regel aus Stoff und in allerlei Farben oder auch mit verschiedenen Mustern verfügbar. Dies hat nicht nur ästhetische Gründe.

Durch den Bezug aus Stoff lässt sich der Sitz-Ball leichter reinigen. Zudem wird längeres Verweilen auf dem Ballstuhl deutlicher angenehmer. Aufgrund der zusätzlichen Lage zwischen der Person und dem Ball wird nicht nur der Kontakt mit dem Kunststoff reduziert, sondern damit auch eventuelles Schwitzen deutlich minimiert.

 

Welche Größe muss mein Sitzball haben?

Wer sich nun dafür entschieden hat, sich einen Ballstuhl für den Schreibtisch zuzulegen, der steht vor der Frage, welche Größe für das Büro die richtige ist. Die meisten Modelle sind mit einem Durchmesser von 45 oder 55 cm, 65 und 75 cm sowie 85 und 95 cm erhältlich. Dabei kommen die mittleren Größen mit 55 cm, 65 cm und 75 cm am häufigsten zum Einsatz.

richtig sitzen im Büro auf dem SitzballUm nun einen Sitz-Ball in der richtigen Größe zu finden, musst du zunächst die Länge Deines Unterschenkels messen. Sie ist der ausschlaggebende Indikator dafür, wie groß Dein Gymnastik-Sitzball für das Büro sein muss. Angefangen bei einer Länge bis höchstens 37 cm wird der kleinste Ballstuhl empfohlen. Danach wird in Zehnerschritten zum jeweils nächsten größeren Durchmesser gewechselt. Bei einer Länge von 78 cm oder mehr ist schließlich der größte verfügbare Ball die richtige Wahl, wenn man ihn als Bürostuhl verwenden möchte.

Wichtig ist allerdings auch, welche Größe beziehungsweise Höhe der Schreibtisch hat, an dem der Sitzball statt dem bisherigen Bürostuhl eingesetzt werden soll. Ist der Ball zu groß, haben die Knie eventuell nicht mehr genug Platz unter der Tischplatte oder man nimmt erneut eine eher lümmelnde Haltung (Rundrücken) ein. Aber auch zu klein darf er auf keinen Fall sein. Ideal ist es, wenn im Büro der Ball zum Sitzen gerade so hoch ist, dass die Beine im rechten Winkel abgestellt werden können. Darüber hinaus sollte sich der Ballstuhl für das Büro natürlich nicht nur sicher und stabil, sondern auch bequem anfühlen.

Es gibt übrigens auch einen Sitzball, der speziell für Kinder gemacht wird. Dabei unterscheidet sich ein Ballstuhl für Kinder im Wesentlichen kaum von einem Sitz-Ball für Erwachsene, sondern fällt lediglich etwas kleiner aus. Wie fast jeder andere Kinderstuhl auch muss der Ball allerdings optisch dem altersbedingten Geschmack dieser Zielgruppe gerecht werden. Deshalb ist ein ballförmiger Stuhl für Kinder natürlich eher bunt oder mit entsprechenden Bildern beziehungsweise einem altersgerechten Muster versehen.

 

Wie wird der Sitz-Ballstuhl im Büro richtig benutzt?

Einen Grundsatz sollten sich alle Menschen, die Sitzbälle im Büro verwenden, zu Herzen nehmen. Der Bürostuhl mit Ball soll nur eine Ergänzung sein und keinen kompletten Ersatz darstellen. Man darf im Büro also keinesfalls den ganzen Tag auf einem Ballstuhl verbringen. Weniger ist hier auf jeden Fall mehr. Nur in der richtigen Dosis ist der Ball als Stuhl gesund und wirkt sich positiv auf den Rücken und viele andere Bereiche des Körpers aus.

Gelegentlich eine halbe bis ganze Stunde darauf zu verbringen, gilt daher als ideal. Ein Ersatz für Sport ist der Sitzball außerdem ebenfalls nicht. Zwar eignet er sich ohne Zweifel dazu, um spezielle Übungen in Form von Gymnastik mit ihm zu absolvieren – in erster Linie ist er aber dazu gedacht, die Körperhaltung zu korrigieren und richtig sitzen zu lernen. Ergänzend für eine kleine Fußmassage während der Arbeit, eignet sich der Massageball perfekt.

Um beim Einsatz in Büroräumen das Unfallrisiko bestmöglich zu minimieren, ist der Gebrauch von einem passenden Gestell übrigens unumgänglich. Vor der Anschaffung sollte man zudem mit dem Arbeitgeber abklären, ob ein solcher Ballstuhl überhaupt mitgebracht werden darf, da einige Unternehmen derartige Sitzmöbel aus Sicherheitsgründen generell verbieten.

 

Gibt es eine sinnvolle Alternative zum Sitz-Ball?

Da das Hauptproblem der schlechten Haltung, verbunden mit Rückenschmerzen, vor allem durch das übermäßig lange Sitzen entsteht, kannst Du natürlich einfach versuchen, Dich über den Tag verteilt deutlich mehr und häufiger zu bewegen. Eine gute Hilfestellung hierfür sind Schreibtische, deren Höhe verstellt werden kann, sodass zwischendurch auch ein Arbeiten im Stehen möglich ist. Solche teuren Schreibtische werden allerdings von den meisten Arbeitgebern nur selten genehmigt. Und auch für den privaten Bereich ist der Anschaffungspreis in der Regel zu hoch. Somit geht die Überlegung bezüglich einer brauchbaren Alternative doch eher in Richtung Sitzmöbel.

Ein etwas vom klassischen Sitz-Ball abgewandeltes Modell ist ein Hocker, in den der Ball bereits in die Sitzfläche integriert und alles komplett mit Stoff überzogen wird. Aber auch wenn ein solcher Hocker vom Design her zunächst einen guten Eindruck macht, hat er einen wesentlichen Nachteil. Individuelle Anpassungen sind hier in keiner Form möglich. Wer sich allerdings weder für die Hocker-Variante, noch für den Sitzball mit Gestell und Lehne oder einen Ballstuhl mit Armlehne entscheiden möchte, kann auf keine echte Alternative zurückgreifen.

Eine nicht ganz so wirksame Möglichkeit, um Haltungsschäden oder Rückenschmerzen entgegenzuwirken, ist die Verwendung von speziellen Sitzkissen, zum Beispiel Balancekissen, Ballkissen, Rückenkissen oder Balance-Pads, die auf den Bürostuhl gelegt werden. So sind für den Schreibtischstuhl orthopädische Sitzkissen erhältlich, die zum einen die Schmerzen reduzieren und zum anderen für eine ergonomisch korrekte, natürliche Körperhaltung sorgen sollen.

Kissen, die den Rücken stützen, werden dagegen an der Lehne vom Bürostuhl angebracht und sollen ebenfalls eine aufrechte Sitzposition bewirken. Was all diese weiteren Hilfsmittel betrifft, ist allerdings ein wichtiger Punkt in jedem Fall zu beachten. Ein medizinischer Sitzball darf nie gemeinsam mit solchen Sitzkissen oder Rückenkissen verwendet werden, um eine übermäßige Einwirkung auf die Muskulatur unbedingt zu vermeiden.

 

Welcher Ball ist nicht nur günstig, sondern auch gut?

Möchtest Du Dir nun selbst einen Ballstuhl für das Büro kaufen? Dann bist Du sicherlich auf der Suche nach einem Modell, bei dem der Preis vergleichsweise günstig ist, der Sitz-Ball aber trotzdem über eine relativ gute Qualität verfügt. Sobald Du genau weißt, wie groß er sein soll und welche Farbe Du bevorzugst, kannst Du einen entsprechenden Preisvergleich vornehmen.

Im Rahmen von Produkttests wird zum Beispiel häufig ein Testsieger gewählt. Meistens hat dieser die Jury in erster Linie durch sein herausragendes Preis-Leistungsverhältnis überzeugt. Möchtest Du den von Dir ausgewählten Artikel dann besonders günstig kaufen, ist sicherlich der einfachste Weg, ihn direkt online zu bestellen. Besonders beliebte Modelle sind beispielsweise der Sitzball von Togu oder SISSEL, Kettler und HUDORA, von denen teilweise auch noch einige Varianten angeboten werden.

So gibt es zum Beispiel einen Togu ABS Sitzball. Der Name ABS steht bei Togu zum einen dafür, dass der Ball eine spezielle Oberfläche besitzt, die ihn beim Aufstehen nicht wegrollen lässt. Zum anderen ist er garantiert platzsicher, was sogar durch ein entsprechendes Patent belegt wird. Darüber hinaus gibt es noch unzählige andere Modelle von einem Ballstuhl – von der preisgünstigen Basis- bis hin zur exklusiven Luxusversion, mit oder ohne Zubehör, ist hier alles dabei. Solltest Du Dich vorab bereits ausreichend über das Thema informiert haben, spricht jedenfalls nichts dagegen, den Sitz-Ball in einem Online-Shop zu kaufen. Eine persönliche Beratung ist in einem solchen Fall schließlich nicht mehr unbedingt notwendig.

 

Gibt es sonst noch irgendein Zubehör, dass man für den Ballstuhl braucht?

Jeder, der einen Sitzball regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg benutzt, benötigt unbedingt eine Pumpe. Zum einen musst Du den Ball vor seinem Einsatz zum ersten Mal komplett mit Luft befüllen, da solche Bälle in der Regel im zusammengelegten, nicht aufgeblasenen Zustand verkauft werden. Zum anderen kannst Du mithilfe der Pumpe dem Ball immer wieder etwas Luft hinzufügen. Schließlich ist es völlig normal, dass bei herkömmlichem Gebrauch und sachgemäßer Lagerung immer wieder ein wenig Luft entweicht.

Damit nun allerdings aus dem Ball für Gymnastik ein ergonomischer Sitzball wird, sind einige elementare Zubehör-Teile notwendig. Mit einer sogenannten Ballschale zum Beispiel oder einem entsprechenden Gestell für einen Gymnastikball oder Pezziball, wie er auch häufig genannt wird, lässt sich dieser im Handumdrehen zu einem Ballstuhl umfunktionieren. Bei einer Schale für den Sitz-Ball handelt es sich normalerweise um eine ring- oder kreisförmige Komponente, die auf den Boden gelegt wird. Der Rand dieser Ballschale ist dabei deutlich höher als der Rest, damit der Pezziball in der Ballschale stabil zum Liegen kommt.

Doch nicht nur für die einfache Lagerung ist dieses Utensil hilfreich. Auch wenn man vorhat, länger darauf zu sitzen, kann eine solche Ballschale für den Sitz-Ball verwendet werden. Ist dagegen die Rede von einem Gestell für den Sitz-Ballstuhl, ist damit meist ein Konstrukt gemeint, das aus ihm tatsächlich eine Art Bürostuhl macht. Für einen handelsüblichen Sitz-Ball sind davon verschiedene Varianten erhältlich, die neben der Halterung an sich auch noch mit einer Lehne für den Rücken oder links und rechts mit einer Armlehne ausgestattet sind. Damit der Ball dagegen zum perfekten Stuhl mit Rollen für den Schreibtisch wird, gibt es sogar ein Gestell, an dem genau diese zusätzlich noch befestigt sind. Damit hat man bezüglich Komfort und Handlung keinerlei Nachteile mehr, wenn man seinen Bürostuhl durch einen Ballstuhl ersetzt.

 

So einfach kann richtig sitzen sein

Vielleicht erinnerst Du Dich noch daran, vor einigen Jahren gab es einen regelrechten Hype um diese Ballstühle. Doch, auch wenn die Erfolgswelle mittlerweile etwas abgeebbt ist, bedeutet dies nicht, dass Sitz-Bälle nicht mehr oder nur sehr wenig genutzt werden. Ganz im Gegenteil – aus vielen Privat-Haushalten, Büros und Fitness-Studios genauso wie in den meisten Physiotherapie-Praxen oder auch Krankenhäusern gehören diese Art von Bällen heutzutage quasi zur Grundausstattung. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mit ihnen in Form von Gymnastik, Fitness und Muskelaufbau etc. noch so viel mehr möglich ist, als nur richtig sitzen zu lernen. Die Bezeichnung Möbelstück wird ihm somit keinesfalls gerecht – der Sitzball ist ein echter Allrounder!